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Lesen, Sehen, Hören

Lesen, Sehen, Hören - Archiv


Lesen, Sehen, Hören



Gerd Bräuer (Hrsg.):
„Scriptorium“ - Ways of Interacting With Writers and Readers


Ein europaweites Lehrerweiterbildungsprogramm zur schulischen Lese- und Schreibförderung

Fillibach Verlag
Freiburg im Breisgau 2009
10,00 €

Der Text ist zweisprachig:
englisch/deutsch
www.fillibach.de


Wer Lese- und Schreibförderung als zentrale Aufgabe der Schulentwicklung betrachtet, kommt am Projekt „Scriptorium“ nicht vorbei. Eine Broschüre mit DVD hilft beim Einstieg.
„Scriptorium“ – ursprünglich der Name mittelalterlicher Schreib stuben – steht für ein europäisches elektronisch gestütztes Fortbildungsangebot und Netzwerk zur Förderung von Lese- und Schreibkompetenz, das in dieser Form einzigartig ist. Ziel des Projekts ist es, Lese- und Schreibförderung als Aufgabe aller Fächer in der Schulentwicklung professionell zu etablieren und damit im Sinne eines ganzheitlichen Bildungsansatzes die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen zu unterstützen sowie ihnen „die Integration in das Berufsleben in den europäischen Ländern“ zu erleichtern.

Das Projekt, 2005–2008 als Baustein des europäischen „Comenius-Programms“ aus Mitteln der EU finanziert, ist heute selbstständig. Unter Leitung von Dr. GERD BRÄUER ist ein umfassendes europaweites Lehrerweiterbildungsprogramm zur schulischen Lese- und Schreibförderung entstanden, das Lehrerinnen und Lehrer effektiv bei der Förderung von Lese- und Schreibkompetenz in ihren jeweiligen Schulen unterstützt und ihnen eine elektronische Plattform bietet, sich mit anderen Interessierten europaweit über Fragen und Projekte der Lese- und Schreibpädagogik auszutauschen. Dabei ist die Vilefalt des kostenfreien elektronischen Lernund Kommunikationsraums kaum zu übertreffen. Das gilt sowohl für die zahlreichen Arbeitsanregungen als auch für die Möglichkeiten des kommunikativen Austausches und der im wahrsten Sinne des Wortes grenzüberschreitenden Arbeit an einem Lese- oder Schreibprojekt. Die zweisprachig verfasste Broschüre (Englisch/Deutsch) stellt in knapper, sehr gut verständlicher Form das Projekt, seine Ziele und Arbeitsbereiche vor, gibt erste anschauliche Hinweise zur Arbeit mit der DVD bzw. der Lernplattform und führt in das sogenannte E-Learning ein. Darüber hinaus enthält die Broschüre zwei aufeinander abgestimmte Grundlagentexte zu den Bereichen „Schreiben“ und „Lesen“ sowie ein Glossar zu Fachbegriffen der gegenwärtigen Schreib und Leseforschung.

Auf diese Weise erhalten die Nutzer ein Grundlagenwissen, das die Arbeit mit den einzelnen thematischen Bausteinen des Projekts erleichtert.

Die der Broschüre beiliegende DVD hat drei inhaltliche Schwerpunkte:

  • Sie informiert in knapper Form über das „Scriptorium“- Projekt, die Fortbildungsangebote und die Arbeit auf der Lernplattform.
  • Sie ermöglicht einen anschaulichen Einblick in die Arbeit von schulischen Schreiblesezentren, deren Aufbau an einzelnen Schulen einen wichtigen Bestandteil des Projekts ausmachte.
  • Sie stellt die E-Learning- Kursmodule des Projekts vor (Textfeedback, Lesegeläufigkeit, Schulentwicklung, Analyse fremdsprachigen Schreibhandelns, Lesetagebuch, von der Zusammenfassung zum eigenen Text, Log im Praktikum) und gibt den Nutzern umfangreiches Beispielmaterial in Form von Infos, Modellbeispielen, Arbeitsblättern und Anregungen an die Hand. Dieses Material erweist sich als wahre Fundgrube. Die Word- Dokumente können bearbeitet und passgenau zugeschnitten werden.
Die zu dem Projekt gehörende elektronische Lernplattform
www.scriptorium-project.org bietet Fortbildungsmöglichkeiten in Form von Selbstlernangeboten oder professionell geleiteten Kursen zur Schreib- und Leseförderung in verschiedenen europäischen Sprachen. Nutzer haben die Möglichkeit, sich Selbstlernmaterial zu bestimmten Bereichen der Lese- und Schreibförderung herunterzuladen, sich mit anderen interessierten Lehrerinnen und Lehrern über Projekte und Themen zur Schreib- und Leseförderung auszutauschen, sich zur eigenen Arbeit Feedback zu holen, gemeinsam themenspezifische Wikis zu erstellen etc. Auch kann nach Rücksprache mit dem Schreiblesezentrum der Pädagogischen Hochschule Freiburg ein eigener Kurs zur Lese- bzw. Schreibförderung angeboten werden. Die Handhabung der Lernplattform erfordert eine kurze Einarbeitung, damit man sich einen Überblick über das vielfältige Angebot und die verschiedenen Lern- und Kommuni kationsmöglichkeiten verschaffen kann. Die Lernplattform ist jedoch sehr übersichtlich angelegt, sodass die Arbeit schnell in Routinehandeln übergeht.

Ein Leitgedanke des Projekts ist es, das Netzwerk zur Förderung von Lese- und Schreibkompetenz nicht nur passiv zu nutzen, sondern gemeinsam mit anderen Interessierten im kommunikativen Austausch aktiv an der Weiterentwicklung von Leseund Schreibförderung im schulischen Umfeld mitzuarbeiten.





Bunt ist alle Theorie


Kai Agthe, Naumburg



Ulrich Schmid (Hrsg.): Literaturtheorien des 20. Jahrhunderts


Reclam Verlag Stuttgart 2010
432 Seiten
11,00 €
www.reclam.de


Literaturtheorien und die Mode haben eine gemeinsame Eigenschaft: Sie hören niemals auf, sondern sie wechseln nur. Das 20. Jahrhundert war, so ULRICH SCHMID, der Herausgeber der vorliegenden Einführung, eines der Literaturtheorien. Dass Literaturtheorie als reine Texttheorie, um im Bild zu bleiben, aus der Mode ist, kann man, so SCHMID, mit dem Hinweis erklären, dass neuere Ansätze kulturwissenschaftlich und interdisziplinär ausgerichtet sind. Dieser Paradigmenwechsel sollte aber nicht als Unglück, sondern als Chance verstanden werden. Denn der Theorie und der Mode ist ebenso eigen, dass sie niemals enden.

Die Sammlung stellt die wichtigsten Literaturtheorien aus dem so theoriefreudigen letzten Jahrhundert vor. Im ersten Kapitel werden „Textimmanente Ansätze“ (so etwa Formalismus, Dekonstruktion und Hermeneutik) erklärt, im zweiten „Interdiszi plinäre Ansätze“ (wie marxistische Literaturtheorien, Diskurstheorie und Psychoanalyse) erläutert, während die kulturwissenschaftlichen Theorie- Entwürfe (u. a. Kultursemiotik, Gender Studies und Medientheorien) im dritten Abschnitt zusammengefasst sind. Zu jeder Theorie werden auch die wichtigsten Vertreter genannt. Der Band zeigt, dass alle literaturwissenschaftliche Theorie im 20. Jahrhundert nicht grau, sondern erstaunlich bunt gewesen ist, wiewohl nicht wenige der hier aufgezeigten Ansätze wohl nur mehr aus historischer Sicht von Interesse sind.





Naturlyrik durchleuchtet


Burkhard Wetekam, Hannover



Ulrich Kittstein:Deutsche Naturlyrik
Ihre Geschichte in Einzelanalysen



Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2009
Gebunden,
320 Seiten
49,90 €
(WBG-Preis 29,90 €)


ULRICH KITTSTEIN nimmt seine Leser mit auf eine Wanderung durch die Geschichte der Naturlyrik.

Beginnend mit dem Barockdichter ANDREAS GRYPHIUS entfaltet das Buch „Deutsche Naturlyrik“ in 24 Abschnitten ein breites Panorama lyrischer Sprechweisen. Es wird jeweils ein Autor unter die Lupe genommen und anhand von Textbeispielen interpretiert. Die Interpretationen bleiben dicht an den Gedichttexten, stellen aber auch Bezüge zur allgemeinen Kultur- und Literaturgeschichte her. Natur erscheint als Ort einer Sehnsucht nach allumfassender Harmonie und dient als Folie für die Wahrnehmung menschlicher Ungenügsamkeit. Obwohl der Naturbegriff heute infolge umfassender Umwelteingriffe problematisch geworden ist, finden Lyriker wie JÜRGEN BECKER oder DURS GRÜNBEIN Wege, die Tradition unter geänderten Vorzeichen fortzuschreiben. Hier, bei den jüngeren Autoren, bleibt die Arbeit des Literaturwissenschaftlers ULRICH KITTSTEIN, die ja fast vierhundert Jahre Literaturgeschichte umschließt, verständlicherweise lückenhaft.

Ein schönes Buch, das echten Lyrikfreunden seinen hohen Preis durchaus wert sein könnte. Die eine oder andere Passage ist vielleicht auch im Oberstufenunterricht verwendbar.





Referate erfolgreich trainieren


Redaktion DEUTSCHUNTERRICHT



Lernplus: Referate und Präsentationen (7.–10. Schuljahr)
Mit Beispielaufgaben, Lösungshinweisen und Checklisten

Schroedel Verlag Braunschweig 2009
128 Seiten
11,95 €
www.schroedel.de


Referate werden in der Schule gehalten, meistens aber zu Hause vorbereitet.
Schüler, die dabei Unterstützung suchen, finden diese in einem neuen Buch aus der Reihe „Lernplus“ des Schroedel Verlags. Alle Schritte von der Themenabgrenzung über die Materialrecherche und -aufbereitung bis zur Umsetzung werden hier praxisnah erläutert und an Beispielen veranschaulicht. Dazu kommen alltagsbezogene Aufgaben und Tipps zu Themen wie Stressbewältigung und Verhalten bei Pannen und technischen Problemen. Das Buch kann Schülern helfen, im Bereich der Präsentationskompetenz entscheidend voran zu kommen.